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Freitag, 15. Dezember 2017

Ethik - Zum Nachdenken

Peter und Sebastian sind gute Freunde und gehen in dieselbe Klasse. Obwohl sich Sebastian oft mit anderen prügelt, hat er mit Peter nie Probleme gehabt. Peter mag Sebastian. Sebastian hat ihm schon oft gegen Stärkere beigestanden. Eines Tages begegnen Peter und Sebastian auf dem Nachhauseweg einem etwas jüngeren Schüler der Nachbarschule. Sebastian flüstert Peter zu, dass er mit dem Schüler noch eine Rechnung offen habe. Peter, der seiner Mutter versprochen hatte, pünktlich zum Mittagessen heimzukommen, geht nicht weiter auf Sebastians Bemerkung ein und eilt davon. Am anderen Tag berichtet der Klassenlehrer in Peters Klasse, dass ein Vater mit seinem Sohn beim Schulleiter war und behauptet hat, dass gestern sein Sohn von einem Schüler der Schule auf dem Nachhauseweg verprügelt wurde. Außerdem habe dieser Schüler seinem Sohn noch 10€ abgenommen. Der Klassenlehrer fordert seine Schüler auf sich bei ihm zu melden, wenn sie etwas zu dem Täter oder dem Tathergang wüssten. Peter schaut Sebastian an.  

Was soll Peter tun? Soll er seinen besten Freund verraten?  

Ein Mann pumpt Wasser in eine Zisterne, die ein Haus mit Trinkwasser versorgt. Das Wasser ist durch einen anderen Mann vergiftet worden. In dem Haus tagen regelmäßig Parteifunktionäre mit ihren Angehörigen. Die Funktionäre haben die Macht in einem Staat. Sie planen einen Weltkrieg. Der Mann, der das Wasser vergiftet hat, rechnet damit, dass der Tod der Parteifunktionäre gut gesinnte Politiker an die Macht bringt, die das Leben vieler Menschen retten können. Dies hat er dem Mann, der das Wasser pumpt, mitgeteilt. 

Was soll der Mann, der das Wasser pumpt, tun?

Charlie Whitaker, drei Jahre alt, leidet an einer seltenen chronischen Blutarmut. Weil sein Knochenmark zu wenig rote Blutzellen produziert, muss er nächtelang Bluttransfusionen und ständige Injektionen ertragen. Seine Lebenserwartung ist gering. Nur eine Knochenmark- und Blutstammzellenspende könnte ich heilen. In der Familie gibt es aber keinen geeigneten Spender. Auch um das zu ändern, wünschen sich Charlies Eltern ein zweites Kind. Allerdings nicht auf natürlichem Weg, da die Chance auf genetische Kompatibilität mit dem Bruder nur 25 Prozent betrüge. Die Whitakers planen eine  In-vitro-Fertilisation (IVF). Die Ärzte sollen aus mehreren im Reagenzglas gezeugten Embryonen für die Schwangerschaft einen auswählen, der als Spender für den Bruder geeignet ist. Nach der Geburt könnten Stammzellen aus der Nabelschnur helfen, Charlie zu heilen.  

Ist es ethisch vertretbar, ein Kind als Retter für ein anderes zu zeugen?